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Eine Trilogie von Juliane Kann
SiebzehnMattis alleinerziehende Mutter Sophie ist Krankenschwester. Das kommt ihm und seinem Freund Moritz sehr zugute bei der Beschaffung von Medikamenten, die sie dann weiterverkaufen. Eine ihrer Abnehmerinnen ist Marla, für die Valium zum steten Begleiter durch ein abgründiges (Sexual-) Leben geworden ist. Ihr einziger Bezugspunkt ist Katharina, die Freundin ihres Vaters. Auch sie ist eine Alleingelassene, die mit bewundernswerter Stärke die Eskapaden des Vaters erträgt, der sich mehr um die armen Kinder in Afrika (und vielleicht nebenbei auch um Marlas afrikanische Mutter) kümmert als um seine Tochter und sie. Als Marla, Matti und Moritz aufeinandertreffen, beginnt ein äußerlich mit harten Bandagen geführter und doch psychologisch sehr feinsinniger Tanz um gegenseitige Anerkennung und Zuneigung. Moritz wirft sich ganz unverschämt an Marla ran und blitzt jäh ab. Marla hingegen ist fasziniert von Mattis Zartheit. Der aber ist den Avancen ganz offensichtlich nicht gewachsen, was ihn in den Verdacht bringt, schwul zu sein – ein Eindruck, den er wiederum mit roher Gewalt wegzuwischen sucht. Und dennoch entwächst am Ende dieser schroffen Choreographie so etwas wie Hoffnung.
The Kids are alrightDer krasseste Einschnitt in Phillips Leben war der Selbstmord seiner Mutter. Danach wurden der 16jährige Phillip und seine zwei kleinen Brüder voneinander getrennt und in Heime gesteckt. Phillip war für seine Brüder schon immer wie ein Vater und auch in dieser Situation, in der er selbst Hilfe braucht, fühlt er sich für die Kleinen verantwortlich. Er hat einen Plan: raus aus dem Heim in eine Pflegefamilie, wo er zur Ruhe kommen kann. Schule fertig machen, Lehre, Job, selbständig sein, um dann die Brüder zu sich holen zu können. Jenny, die gleichaltrige Tochter der Pflegefamilie, freundet sich mit Phillip an und hilft ihm bei seinem Weg aus der Gewalt. Phillip muß sich entscheiden: Hilft er ein letztes Mal seinem besten Freund bei einer Schlägerei, aus Angst, daß dieser ohne Phillips Hilfe draufgehen könnte – oder setzt er seinen neu eingeschlagenen Weg fort?
BirdsJannis ist Arztsohn. Seine vom Vater vernachlässigte Mutter säuft und erregt bei ihrem Sohn mit ihren dilettantischen Selbstmordversuchen schon lange kein Mitleid mehr, nur noch unverhohlene Wut und Aggression. Seitdem sich Janas Eltern trennen wollen, hat sich ihr kleiner Bruder Mo in seinem Kinderzimmer in ein Zelt zurückgezogen. Jana fühlt sich ihm gegenüber verantwortlich und kommuniziert meist nur durch Handzeichen mit dem kleinen Jungen jenseits der Zeltplane. Ihr Freund Boris traut Janas Zuneigung nicht, ist er doch auf Grund einer Beinprothese ein „Krüppel“, wie er sich selber nennt. Nach Maßgabe der Schulhierachie, so Boris, sind Jannis und Jana die Alpha-Tiere und somit für einander bestimmt. Doch Jana will davon nichts wissen: Jannis sei eh nur ein Aufreißer und gehe doch mit jeder, die nicht bei drei auf den Bäumen ist, in die Kiste. Dennoch ziehen sich die beiden im Sog ihrer familiären Katastrophen geradezu unwiderstehlich an. Als Janas beste Freundin Maria zur Party ins sturmfreie Haus der Eltern lädt, kommt es zur schicksalhaften Begegnung zwischen Jannis und Janas, die direkt in die Katastrophe führt.
BIRDS ist ein „Frühlings Erwachen“ aus der gnadenlosen Gegenwart. Den Jugendlichen ist jeglicher Respekt vor der Elterngeneration, die sich und andere nur gegenseitig betrügen, abhanden gekommen. Das Vakuum zwischen Kindheit und Volljährigkeit, das man gemeinhin als Pubertät bezeichnet, füllen die Protagonisten dieses dritten Teils der Jugentrilogie so unterschiedlich aus, wie das Leben nun mal ist: Jannis flüchtet sich vor der Heillosigkeit des Elternhauses in sexuelle Exzesse. Boris findet Halt in einer Beziehung mit der von allen begehrten Jana und mag seinem Glück kaum trauen. Während sich Jana mit ihrem ersten Mal Zeit lassen will, merkt Maria, daß es in ihr verwirrende Gefühle in Hinsicht auf ihre beste Freundin gibt. Nach einer gemeinsamen Partynacht bricht die Tragik mit voller Wucht und viel zu früh in das Leben dieser vier Suchenden ein, die sie fortan nicht mehr loslassen wird. Birds ist ein Stück über die ungeschützte Zeit der großen Gefühle und Verletzungen mit einer selten gesehenen Intensität und Direktheit. In BIRDS werden die vier Protagonisten mit den Wunden des Erwachsenwerdens und der Gnadenlosigkeit des Schicksals konfrontiert.
Ausstattung _Juliane Kann Aufführungsrechte schaefersphilippen Theater und Medien Pornovon Irvine Welsh10 Jahre danach – Irvine Welsh spinnt seinen Kultroman „Trainspotting“ weiter. Und erzählt in "Porno" was aus den Trainspotting-Helden geworden ist. Er beschreibt, wie sie – 10 Jahre älter und kein bisschen weiser – aus Amsterdam, London oder dem Gefängnis in das verrufene Edinburgher Vorstadtviertel Leith zurückkommen, erneut aufeinandertreffen und alte und neue Rechnungen begleichen. Sick Boy zum Beispiel sucht als schillernder Geschäftsmann und schmierig-charmanter Frauenverführer ständig nach neuen Möglichkeiten, sein soziales und geschäftliches Umfeld zu linken und eine Menge Geld zu scheffeln. Seine neueste Idee: einen Porno produzieren und dabei auf die Liebhaberinnen seines Freundeskreises zurückgreifen. Begbie hingegen, der versoffene Soziopath mit einer noch extremer gewordenen Gewaltneurose, will nur noch eins: sich an Rents rächen, der sie damals beim größten Drogendeal seines Lebens abgezogen hat. Dieser Erzählstrang – sozusagen eine Fortsetzung des offenen Endes von „Trainspotting“, in dem Renton mit der Beute in eine vermeintlich bessere Zukunft ziehend die britischen Inseln verlassen hat – sorgt für anhaltende Spannung: denn Renton, der von Sick Boy nach Schottland zurückgelockt wird, ahnt noch nicht, dass Begbie längst aus dem Gefängnis entlassen ist. Ein Aufeinandertreffen ist vorprogrammiert ... Aufführungsrechte The Random House Group Ltd., Royalty Department, London Motortownvon Simon StephensDanny kommt aus Basra zurück nach England. Im Irak hat er als Obergefreiter für sein Vaterland gedient und gutes Geld bekommen. Zuhause scheint alles seinen normalen Gang zu gehen. Doch von seinem Bruder Lee erfährt Danny, dass seine Freundin Marley ihn nie wieder sehen möchte. Sie war schockiert von Dannys Briefen aus dem Krieg. Danny sucht den Kontakt zu alten Freunden. Aber keiner interessiert sich für die Bilder, die Danny einfach nicht aus seinem Kopf bekommt. Und der Kriegsheimkehrer kommt in die Krise. Von Tom, einem alten Kumpel, kauft er eine halbautomatische Walther P99. Er zwingt Marley, sich mit ihm zu treffen, und er verschleppt die 14jährige Jade, mit der sein Freund Paul, ein ziemlich schmutziges Verhältnis hat. Es beginnt ein 24-stündiger Trip im Leben des jungen Soldaten, der sich immer mehr zuspitzt und gefährlich wird für jeden, der ihm über den Weg läuft. «Motortown» ist ein Stück über England im Krieg und ein Stück über die Folgen des Kreuzzugs gegen den Terror. Stephens zeigt die Momentaufnahme einer Gesellschaft, die an einem weit abgelegenen Ort Krieg führt und sich sicher wähnt, dass er zu Hause keine Wirkung hinterlässt: «Ich wollte ein Stück schreiben, das finster, widersprüchlich und gewalttätig ist, weil unsere Kultur finster, widersprüchlich und gewalttätig ist. In diesem Sinn habe ich, so gut und so ehrlich ich konnte, ein Stück über England geschrieben.» Finckh arbeitet für "Motortown" mit dem stern US-Korrespondenten Jan C. Wiechmann zusammen, der in dem gerade erschienen Buch "Als Jimmy starb - Wenn der Krieg nach Hause kommt" Reportagen über Kriegsheimkehrer veröffentlich hat. Aufführungsrechte Rowohlt Verlag |

