pressestimmen - böse schafe

"Packend (...) gelingt die Bearbeitung des Romans "Böse Schafe" von Katja Lange - Müller als Theatermonolog. Die Schauspielerin Johanna Marx, lange eine Protagonistin des Dortmunder Schauspiels, hatte die Idee zu diesem Projekt, erstellte in Zusammenarbeit mit der Autorin selbst die Spielfassung, produziert und spielt diesen Abend. In weißem Herrenhemd, hässlichen Strumpfhosen und unförmigen Schuhen steht sie da. Manchmal setzt sie sich aufs Klo, als wäre niemand außer ihr im Raum oder nur intime Vertraute. Sie wirkt verletzlich, ehrlich, nackter als sie ganz ohne Kleidung wäre. So erzählt sie die Geschichte einer aufopferungsvollen Liebe zu einem drogensüchtigen Aidskranken. Von den Illusionen und Träumen, den Abstürzen und den Kampf um den letzten Rest von Gemeinsamkeit. Johanna Marx schafft die Gradwanderung, Momente des Glücks und der Verzweiflung überwältigend direkt zu spielen und gleichzeitig darüber hinaus zu führen. An diesem von Nils Daniel Finckh sehr feinfühlig inszenierten Abend geht es auch darum, wie sich eine Frau über die Erzählung selbst definiert, Klarheit in ihr Leben bekommt und sich eine Zukunft erarbeitet. Ein perfektes Stück für die dichte Atmosphäre im Theater der Keller, ein überzeugendes Plädoyer für den Fortbestand der Bühne."
Die Deutsche Bühne


"Es ist das Verdienst von Schauspielerin Johanna Marx, den Roman im Theater derKeller auf die Bühne gebracht zu haben - eine von zwei Uraufführungen, mit denendie Keller-Intendantin PiaMaria Gehle ihren Einstand feiert und das Theater rettenwill. [...] Johanna Marx entwickelt die Geschichte von Soja mit einer leichten BerlinerOstschnauze sehr subtil, sie gibt Soja eine rotzige, kleinmädchenhafte Härte, sodass man richtig nachvollziehen kann, warum sie sich überhaupt auf dengefühlsarmen Junkie einlässt. Das gibt dem Roman zwar eine eigene Interpretation,geht es darin doch eher um die späte Liebe einer rund 40-jährigen Matrone als umdie eines kleinen Mädchens. Aber war es vielleicht schlicht, weil Harrys Küsse so vielunschuldiger, kindlicher und desinteressierter waren als seinerzeit die ihres Vaters?Marx und der Regisseur Nils Daniel Finckh steigern Traurigkeit und Intensität vonSojas Selbstaufgabe meisterhaft, bis zu einem phänomenalen Wutausbruch implatschenden Goldfischbecken. Harry (Andreas Schmidt) erscheint dabei als imwahrsten Sinne des Wortes 'Projektionsfläche' an der Wand. Dennoch: 'Böse Schafe'ist ein mutiges Projekt, auf dessen Intensität man sich allerdings erst einmaleinlassen muss."
aKT16, Kölner Theaterzeitung


"Junges aufregendes Theater machen zu wollen, mit dieser Vision ging PiaMariaGehle, die neue Intendantin des Theater der Keller, an die Arbeit. Ein gewagtesVersprechen, das sie mit der Inszenierung 'Böse Schafe' voll und ganz einlöst. [...]Johanna Marx spielt Soja mit großem Gespür für die Feinheiten dieser Figur und derGeschichte, die niemals wertet und stattdessen im Zuschauer Fragen aufsteigenlässt wie: Ist Liebe nur wertvoll wenn sie erwidert wird? [...] Wie selbstlos ist'selbstlose Liebe'? Katja Lange-Müller findet für diese Fragen Antworten inSprachbildern, die Johanna Marx unter der Regie von Nils Daniel Finckh, dessenInszenierung von 'Frühlings Erwachen' am Hamburger Schauspielhaus zum BerlinerTheatertreffen nominiert wurde, authentisch und berührend umsetzt. Eine intelligenteTheaterarbeit mit Tiefgang und Humor."
Rheinkultur


"Ein Erlebnis ... ist ihre [der Schauspielerin Johanna Marx, d. Red.] Interpretation dertrotzigen Außenseiterin, die mit sprecherischer Ausdruckskraft und als emotionalerKraftakt überzeugt."
Kölner Stadt-Anzeiger


"Katja Lange-Müllers preisgekrönter Roman 'Böse Schafe' spielt 1987 in West-Berlin.Nils Daniel Finckh (Regie und Bühne), Johanna Marx (Idee, Fassung undProduktion) sowie die Autorin (Mitarbeit und Beratung) haben daraus eine packendeBühnenfassung gewoben. Sie verdichtet, wozu Lange-Müller gut 200 Seiten braucht.Der 75minütige Monolog wurde am Freitag abend im Theater Der Kelleruraufgeführt. An Marx, die die Soja verkörpert, stellt er höchste Ansprüche. Sieschafft es, das Publikum mit dieser Geschichte vom Lieben und Sterben in Berlin zufesseln. Nur sparsam unterstützt von Musik, Projektion und Harrys Stimme (AndreasSchmidt) aus dem Off, kommt Sojas Passion als 'amour fou' daher. Brutal kaputt,ohne Chance. Dabei aber auch unendlich zart, bedingungslos und bittersüß. DieSoja, die wir sehen, mit strähnigen Haaren, im nachlässig zugeknöpftenHerrenhemd, mit heruntergerutschten Socken und klappernden Latschen, ist eineabgekämpfte Schlampe. Die, die wir hören, ein sehnsüchtiges Kind, eine frecheGöre, eine schöne Frau, für die Sexualität Macht bedeutet. Und eine in derErinnerung immer noch Liebende. All das meistert Johanna Marx mit Bravour. [...] Katja Lange-Müller, die anwesend war, erlebte eine bejubelte Premiere."
Kölnische Rundschau


"Johanna Marx spielt die Soja eindrucksvoll. Sie nimmt den Zuschauer in dieBefindlichkeiten der Figur mit. Sie packt sie am Schopf und zerrt sie in dasbedrückende Leben Sojas hinein. Atemlos folgt man ihrem Bericht. [...] Das Ergebnisist ein atemberaubendes Stück unter der Regie von Nils Daniel Finckh. Und einfaszinierender Abend, der mit langem Applaus belohnt wurde."
meinesuedstadt.de
 
   "Böse Schafe" für Theaterpreis 2011 vorgeschlagen.